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Donnerstag, 18.02.2010  - 08.35 Uhr

Närrischer Ohrwurmsieger 2010: Ein Yeti rapt selten allein

Südkurier 17.02.2010
Interview mit Gürgül und Marajo

Ein Yeti rappt selten allein
Für die Gewinner des Närrischen Ohrwurms sind nun Entspannung und Lernstress angesagt
Stockacher Gugge-Rap auf dem Konstanzer Augustinerplatz: Die Yetis begeistern das Publikum und die
Jury und sichern sich so den „Närrischen Ohrwurm 2010“.
Foto: Aurelia Scherrer
Der Sieg bleibt in Stockach. Heiser, mit rauchigen Stimmen und Augen, die etwas kleiner sind als sonst,
blicken die beiden rappenden Yetis Mario Knaus und Jürgen Wohlhüter zurück auf die Fasnacht und vor
allem auf den Närrischen Ohrwurm, den die Stockacher Guggemusiker am vergangenen Samstag auf dem
Konstanzer Augustinerplatz gewonnen haben.
Sie sind die zweite Gruppe aus Stockach, die sich diesen Titel sichert. An der vergangenen Fasnacht
haben Papi’s Pumpels die Jury überzeugt. Konkurrenz gibt es keine, denn zu den Pumpels gehören auch
sieben Yetis Papi Rainer Vollmer ist Gründungsmitglied der Yetis. Wenn die Pumpels Erfolge feiern,
dann freuen wir uns natürlich auch, sagen die beiden einstimmig. Hauptsache, der Sieg bleibe in Stockach.
Wie sie auf den Gugge-Rap gekommen sind? Zu unserem 20-jährigen Bestehen wollten wir etwas ganz
Besonderes machen und dann ist uns der Rap eingefallen, sagt Jürgen Wohlhüter. Der 24 Jahre alte
Stockacher ist der musikalische Leiter der Yetis und bereits seit zehn Jahren dabei. Sein Kollege Mario
Knaus ist seit neun Jahren mit von der Partie, ist der Stimmungsmacher und der Anwärtermajor der Yetis.
Das heißt, dass ich mich um den Nachwuchs kümmere, erklärt Mario Knaus. Und über den kann er nicht
klagen. Allein in diesem Jahr sind acht neue Yetis zu der Gruppe gestoßen. Der 25-Jährige arbeitet als
Physiotherapeut in Saulgau. Für die Fasnacht hat er sich natürlich freigenommen denn die ist ihm
wichtiger, als Weihnachten und Ostern zusammen: Für die Fasnacht mach’ ich alles.
Das ganze Herzblut der beiden steckt in den Yetis, nahezu ihre komplette Freizeit opfern sie der Gruppe.
Für die älteren Yetis mit Familien ist es dagegen schwieriger, Termine wahrzunehmen oder regelmäßig zu
Vorbereitungen und Proben zu kommen. Doch dafür freuen wir uns umso mehr, wenn sie mal Zeit finden
und dabei sind, sagt Mario Knaus.
Sie selbst haben über die Fasnacht gar keine Zeit, ihre Familien und ihre Freunde zu sehen. Und
manchmal, das geben die beiden zu, sei es schon schwierig, den Wecker nicht wieder auszuschalten, wenn
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er während der Fasnacht am Morgen klingelt. Aber sobald ich mein Fellhäs übergezogen habe, dann freue
ich mich auf den Tag, auf den Abend und die Sorge um zu wenig Schlaf ist vergessen, sagt Jürgen
Wohlhüter. Der Antrieb sei an Fasnacht extrem, da möchten sie jeden Tag mitnehmen.
Während Mario Knaus in den kommenden Tagen klar Schiff in seiner Wohnung macht und einen
Wohlfühltag in der Therme einlegt, fängt der Stress für Jürgen Wohlhüter erst richtig an: Er besucht die
Technikerschule in Freiburg und muss für die Prüfungen lernen, die jetzt anfangen.
Durch den Sieg in Konstanz öffnen sich natürlich neue Türen, sagen die beiden. Aber sie warten nicht
darauf, lassen alles auf sich zukommen und lassen die Fasnacht erst einmal sacken.

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